Wie geschieht wirkliche Veränderung?
von Catherina Bock
Wow, Veränderung ist ein großes Thema. So scheint es zumindest. Und doch ist es im Grunde nicht größer als jedes andere.
Doch wirkliche Veränderung fühlt sich so groß an, weil sie ganz anders ist als das was vorher war und sich vor allem erstmal sehr ungewohnt anfühlt. Daher schrecken wir auch so gerne davor zurück, schieben sie vor uns her oder reden die Notwendigkeit dafür klein. Doch wie geschieht wirkliche Veränderung? Zunächst sollten wir dafür die Veränderung genauer beleuchten.
Die Charakteristika von Veränderung
Es gibt drei Punkte, die bei jeder Veränderung vorhanden sind:
- Die Komfortzone wird verlassen. Und damit ist gar nicht unbedingt nur das gemeint, wo man sich bei wohl fühlt. Nein, meist besteht die Kofortzone tatsächlich sogar nur zu einem geringen Anteil daraus. Den Hauptanteil nehmen die Dinge ein, die wir gewohnt sind. Paradox, oder? Da lohnt es, genau hinzuschauen.
Ein häufig anzutreffendes Beispiel ist zum Beispiel der Partner. Wir sind mit jemandem zusammen, der eigentlich gar nicht zu uns passt und uns noch weniger gut tut. Trotzdem bleiben wir bei ihm, weil wir sonst alleine wären, wegen der Kinder, wegen Geld, wegen, wegen, wegen …
- Der Graben zwischen Planen und Tun wird überwunden. Und der sieht meist unüberwindbar aus. Zunächst erkennen wir aber oft lange nicht, dass er überhaupt existiert. Solange wir planen, haben wir den Eindruck, dass wir etwas tun. Bei genauer Prüfung treten wir jedoch auf der Stelle. Wir trauen uns nicht, über den Graben zu springen. Das muss erstmal ins Bewusstsein sickern, bevor wir in der Lage sind etwas ändern zu können.
Es ist ein vom Verstand erschaffener Graben und in ihm schwimmt eine graue Suppe aus Emotionen. Aber die gute Nachricht ist, dass die Hürde tatsächlich nur für den Verstand existiert. Und der lässt sich umprogrammieren.
- Der Wille ist groß. Solange du die Veränderung nicht wirklich willst, passiert gar nichts bis kaum etwas. Aber ich will ja, sagst du jetzt. Und das glaube ich dir auch. Vordergründig wollen wir. Aber im Hintergrund laufen unbewusste Sabotageprogramme, die ich Muster nenne, bei dir ab. Sonst wäre die Veränderung schon längst passiert. Dabei geht es nicht um Schuld. Das wird oft falsch verstanden, weil sich der Verstand dadurch angegriffen fühlt. Diese Glaubensmuster sind unbewusst und daher konntest du sie bisher nicht wirklich sehen, geschweige denn verändern. Wenn der Leidensdruck einer Situation allerdings irgendwann zu groß wird, machen wir uns automatisch auf den Weg eine Lösung zu finden.
Aber wie geschieht nun wirkliche Veränderung?
Indem wir genau diese drei Charakteristika anstreben und dabei alles aus dem Weg räumen, was dies bisher verhindert hat. Da dies unbewusste Dinge sind, müssen wir sie ins Bewusstsein bringen. Ein unabdingbares Werkzeug ist die Meditation. Wenn nicht sogar eine Grundvoraussetzung. Ja, ich glaube ohne Meditation geht in in Sachen Veränderung gar nichts. Wobei ich mit Meditation nicht nur das Sitzen in Stille oder das Folgen einer geführten Meditation meine. Es ist ab einem gewissen Bewusstseinsgrad die ständige Achtsamkeit ob ich den alten Mustern folge oder mich für die Veränderung entscheide. Das klingt wie etwas Anstrengendes. Aber es ist im Grunde so einfach wie Atmen. Weil es unser natürlicher Zustand ist.
Tiefe Veränderung geschieht selten über Nacht
Wir wollen, wenn uns ein Zustand nicht gefällt, am liebsten sofortige Veränderung. Das Leben ist jedoch anders gestrickt. Das ist manchmal schwer zu verstehen, aber mit steigendem Bewusstsein, gelingt auch dies besser. Der Auftrag für unser Lebens lautet, in die Tiefe gehen, echte Grundlagen schaffen. Mit oberflächlicher Zufriedenheit ist es da nicht getan. Das Ziel ist echter tiefer innerer Frieden.
Daher lassen sich unsere seit der Kindheit aufgebauten und weit verzweigten inneren Muster nicht über Nacht lösen. Denn es geht darum, auf dem Weg dahin tiefe Erkenntnisse zu erlangen, die uns nicht immer wieder in die alten Muster zurückfallen lassen. Das muss trainiert werden. Und deshalb zeigen sich oft Themen wieder, von denen man eigentlich dachte, dass sie schon längst abgehakt seien.
Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt
Sollte dir das alles entmutigend und irgendwie anstrengend vorkommen, kann ich dir sagen:
Es ist wie es ist.
Wenn du dich darauf einlassen kannst, dass das Veränderung immer ein Weg ist, dann schaffst du ihn auch. Denn in diesem Punkt kannst du das Leben nicht verändern. Das ist wie ein Gesetz.
Wirkliche Veränderung
Wenn du verstehst, wie das Leben funktioniert, und dieses Verstehen vom Kopf ins Herz sickert, dann begreifst du, dass es genau so richtig ist, wie es ist und immer zu deinem höchsten Wohl führt. Dann bist du im Vertrauen, im Flow und es wird immer leichter. Und es macht immer mehr Freude. Innerer Frieden ist deine Essenz, deine innere Wahrheit. Jede Veränderung, die dich näher zu dir bringt, bringt dich auch näher zum inneren Frieden.